Källenius fordert Bürokratieabbau, bessere Infrastruktur und flexiblere Arbeitszeiten

Mercedes-Chef Ola Källenius gratuliert Cem Özdemir zum Wahlsieg

Källenius fordert Bürokratieabbau, bessere Infrastruktur und flexiblere Arbeitszeiten: Mercedes-Chef Ola Källenius gratuliert Cem Özdemir zum Wahlsieg
Erstellt am 9. März 2026

Nach dem Sieg der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz Group, Ola Källenius, dem designierten Ministerpräsidenten Cem Özdemir öffentlich gratuliert. In einem ausführlichen Statement verband der Manager seine Glückwünsche jedoch mit klaren Erwartungen der Industrie an die künftige Landesregierung.

Källenius erklärte, Özdemir übernehme „Verantwortung in einer Phase, in der wir klare, entschlossene Schritte brauchen“. Baden-Württemberg sei seit Jahrzehnten eine der stärksten Industrieregionen Europas und habe auch für Mercedes eine besondere Bedeutung. „Hier liegen unsere Wurzeln“, schrieb der Konzernchef. Seit 140 Jahren entstünden im Südwesten Innovationen, mit denen das Unternehmen weltweit erfolgreich sei.

Vier Forderungen an die neue Landesregierung

Zugleich formulierte Källenius vier zentrale Punkte, die aus Sicht der Industrie nun dringend angegangen werden müssten.
An erster Stelle nannte er den Abbau von Bürokratie. Genehmigungsverfahren, Bauvorschriften oder Prozesse zur Gewinnung internationaler Fachkräfte dauerten häufig zu lange.

Bürokratieabbau dürfe daher nicht nur ein politisches Schlagwort bleiben, sondern müsse auch auf Landes- und kommunaler Ebene konkret umgesetzt werden.

Als zweiten Punkt hob der Mercedes-Chef die Infrastruktur hervor. Für Baden-Württemberg als Wirtschaftszentrum und europäisches Transitland seien gut ausgebaute Straßen und ein leistungsfähiges Schienennetz entscheidend. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos sei der eingeschlagene Weg zwar richtig, „aber wir brauchen noch mehr Tempo“.

Sorge um Bildungsniveau

Besonders deutlich wurde Källenius beim Thema Bildung. Wenn rund ein Viertel der Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards verfehle, sei das nicht nur ein pädagogisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches. Unternehmen im Land seien darauf angewiesen, dass junge Menschen mit Begeisterung neue Technologien entwickeln und voranbringen.

Mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten

Als vierten Punkt nannte der Manager eine Reform der Arbeitszeitregeln. Viele Unternehmen und Beschäftigte wünschten sich mehr Flexibilität. Wochenhöchstarbeitszeiten statt starrer Tagesgrenzen würden moderne Arbeitsrealitäten besser abbilden. Baden-Württemberg solle deshalb darauf hinwirken, dass der Bund entsprechende Reformen auf den Weg bringe.

Angebot zur Zusammenarbeit

Zum Abschluss betonte Källenius die Bereitschaft der Industrie zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung. Baden-Württemberg habe jetzt die Chance, gemeinsam mit der Wirtschaft die Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen. Mercedes sei bereit, seinen Beitrag zu leisten und freue sich auf einen „offenen, konstruktiven Austausch“ mit der neuen Landesregierung unter Führung von Cem Özdemir.

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